07. Oktober 2026

Einlagenversorgung im Spitzensport

Internationale Perspektiven auf die Einlagenversorgung im Spitzensport

Kanadische Versorgungsexpertise, Profisport und digitale Fertigung: Bei einer zweitägigen Fachveranstaltung von paromed in Neubeuern standen individuelle Versorgungskonzepte und der Austausch zwischen Anwendern im Mittelpunkt.

Neubeuern. Wie unterscheidet sich die Versorgung eines Profisportlers von der täglichen Einlagenversorgung? Welche Rolle spielen biomechanische Analyse, digitale Fußerfassung und CAD-gestützte Fertigung? Und was lässt sich aus internationalen Versorgungskonzepten für die eigene Praxis mitnehmen?

Diesen Fragen widmete sich paromed bei einer zweitägigen Fachveranstaltung am Unternehmenssitz in Neubeuern. Im Mittelpunkt standen Informationen aus der Versorgungspraxis, fachlicher Austausch und unterschiedliche Herangehensweisen an die individuelle Einlagenversorgung.

Ein Blick nach Kanada

Den fachlichen Schwerpunkt des ersten Tages bildete ein vierstündiger Workshop mit Michele Peters von PedBasis MSD Inc. aus Toronto. Die langjährige paromed Anwenderin brachte ihre Erfahrung aus der Versorgung von Spitzen- und Profisportlern mit nach Deutschland.

Anhand konkreter Beispiele zeigte Peters ihren Weg von der biomechanischen Analyse über die digitale Erfassung bis zur individuellen Versorgung. Dabei konnten die Teilnehmer den Prozess nicht nur theoretisch verfolgen: In einer Live-Demonstration wurde der Weg vom Fußscan bis zur fertigen Einlage praktisch umgesetzt.

Gerade die internationale Perspektive sorgte für Diskussionen. Unterschiedliche Erfahrungen und Herangehensweisen zeigen, dass moderne Einlagenversorgung weit mehr ist als die Anwendung einer bestimmten Technik. Sie lebt vom genauen Beobachten, von Erfahrung und von der Freude daran, sich mit jedem Patienten und seiner individuellen Situation neu auseinanderzusetzen.

Spitzensport aus zwei Perspektiven

Mit Scott Feser von den Starbulls Rosenheim erhielt der Workshop zusätzlich die Perspektive eines Profisportlers.

Damit trafen zwei Sichtweisen unmittelbar aufeinander: Auf der einen Seite die fachliche Analyse und Versorgung, auf der anderen die Wahrnehmung des Athleten, der unmittelbar spürt, wie sich Veränderungen an seiner Versorgung auf Bewegung und Belastung auswirken.

Für die Teilnehmer entstand daraus ein praxisnaher Austausch darüber, welche Anforderungen der Leistungssport an eine individuelle Einlagenversorgung stellt – und welche Erkenntnisse sich auch auf die Versorgung anderer Patienten übertragen lassen.

Handwerkliches Wissen trifft digitale Möglichkeiten

Der zweite Veranstaltungstag richtete den Blick auf die Weiterentwicklung der digitalen Werkstatt. Vorgestellt und diskutiert wurden aktuelle Entwicklungen aus der paromed Technikwelt sowie Möglichkeiten zur Konstruktion komplexer Einlagen im CAD und der Einsatz unterschiedlicher Materialien.

Dabei stand insbesondere das Zusammenspiel von Fachwissen und Technologie im Fokus. Digitale Prozesse können Daten erfassen, Arbeitsschritte unterstützen und individuelle Konstruktionen reproduzierbar machen. Welche Versorgung daraus entsteht, entscheidet jedoch weiterhin der Mensch mit seiner Erfahrung und seiner fachlichen Expertise.

Diese Verbindung gewinnt auch vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen an die Betriebe zunehmend an Bedeutung.

Internationaler Austausch auch im Arbeitsalltag

Mit dem paroCampus stellte paromed zudem ein neues Weiterbildungskonzept vor. In regelmäßigen digitalen Formaten sollen künftig Themen rund um digitale Versorgung, Software, Materialien und Fertigung aufgegriffen werden. Ein fester Bestandteil ist der paroCampus-Montag, an dem Anwender regelmäßig an praxisbezogenen Webinaren teilnehmen können.

Für paromed ist dieser Wissenstransfer das Ergebnis jahrelanger Internationalisierung. Anwender in unterschiedlichen Ländern arbeiten mit vergleichbaren Technologien, entwickeln daraus jedoch teilweise unterschiedliche Vorgehensweisen und Erfahrungen.

Genau darin liegt ein Potenzial, das über eine einzelne Veranstaltung hinausgeht: voneinander zu lernen, Versorgungserfahrungen zu teilen und neue Impulse in den eigenen Arbeitsalltag mitzunehmen.

Neben dem fachlichen Programm bot der gemeinsame Besuch des Rosenheimer Herbstfests Gelegenheit, diesen Austausch auch persönlich fortzusetzen.

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